Was haben Tiny Houses mit einem Friedwald gemeinsam?

Was haben Tiny Houses mit einem Friedwald gemeinsam?

Absolut nichts. Doch in der politischen Debatte in Niestetal sehr wohl.

Begonnen hat es in der SPD-Fraktion mit einer Diskussion über stets steigende Mieten, die für manche Personengruppen bald nicht mehr bezahlbar sind.

Junge Familien, die gerne in Niestetal bauen würden, finden sehr schwer einen Bauplatz. Und wenn einer gefunden wird, ist er kaum zu finanzieren.

Vor diesem Hintergrund möchte die SPD-Fraktion diese Situation nicht nur beklagen, sondern auch Alternativen aufzeigen:

Eine davon ist es, Stellflächen für Kleinsthäuser, auch unter dem Begriff “Tiny houses” bekannt, zu schaffen. Gerade für junge Leute sind Tiny houses eine immer beliebtere alternative Wohnform. Die Häuschen können schnell auf- und abgebaut werden und sind im Gegensatz zu einem Massivhaus preiswert.

Als Stellflächen hatte die SPD- Fraktion ein gemeindeeigenes Grundstück neben dem Sandershäuser Friedhof vorgeschlagen. Diese Fläche ist als Erweiterungsfläche für den Friedhof vorgesehen. Doch wegen der derzeitigen Bestattungsformen scheint eine Friedhofserweiterung in den nächsten Jahren bisher nicht notwendig.

Doch von der CDU- Fraktion kam heftiger Widerstand zu den Plänen einer Tiny house Siedlung am genannten Ort. Keine Experimente in Niestetal, wenn eine Bebauung, dann aber eine Reihenhaussiedlung oder Ähnliches.

Nach langer Diskussion in dem Ausschuss “Soziales und Bauen” einigten sich dann alle drei Fraktionen auf einen gemeinsamen Antrag:

Es soll zunächst erst einmal geprüft werden, ob die Erweiterungsfläche für den Sandershäuser Friedhof in den nächsten Jahren tatsächlich benötigt wird.

Doch dann kam die CDU- Fraktion mit weiteren Anträgen. Wenn schon geprüft werden soll, dann prüft bitte auch noch, ob die Einrichtung eines Ruheforst/ Friedwaldes in Niestetal möglich ist. Und wenn man schon beim Thema Friedhöfe ist, kann auch noch untersucht werden, ob Rasenreihen- und Rasenwahlgrabstätten auf beiden Friedhöfen möglich sind.

Bei der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde dann einstimmig beschlossen, dass alle Möglichkeiten zum Thema Friedhöfe geprüft werden sollen.

Vor mehr als 10 Jahren stand das Thema Ruheforst/ Friedwald schon einmal auf der Tagesordnung. Damals hatte die Friedhofskommission herausgefunden, dass es in Niestetal kein geeignetes Waldstück für einen Friedwald gibt.

Zudem haben gerade in den letzten Jahren Stürme, Trockenheit und nicht zuletzt der Borkenkäfer den Wald stark beschädigt.

Man darf gespannt sein, zu welchem Ergebnis die Friedhofskommission diesmal kommt.

Das Thema Tiny house Siedlung haben wir zwar zurückgestellt. Wir werden es aber demnächst wieder aufgreifen.